Pensionskassen Juli 2018

Zeit, die Asset Allocation anzupassen

Bei den Schweizer Gewerbe und Luxusimmobilien sind Korrekturen zu beobachten. Hier im Bild der Stuecki Businesspark in Basel, mit einem Einkaufszentrum 200 Meter vor der deutschen Grenze. GEORGIOS KEFALAS KEYSTONE

Noch nie war der Anteil von Aktien und Immobilien in der Asset Allocation der Schweizer Pensionskasse so hoch wie 2018. Angesichts steigender Risiken sind jedoch vorsichtigere Positonierungen und Absicherungen angebracht. Bernd Barth, Client Advisor, präsentiert strategische Anlageüberlegungen für Schweizer Pensionskassen.

Die Asset Allocation von Schweizer Pensionskassen zeigte gemäss Swisscanto-Studie im vergangenen Jahr historische Extremwerte. Erstmals haben Aktien die Obligationen überholt und bilden nun die wichtigste Anlageklasse. Der positive Aktientrend hat jedoch bereits an Dynamik verloren und politische Spannungen und Risiken nehmen stetig zu, weshalb Rückschläge wie im Februar 2018 mit oder ohne äusseren Anlass jederzeit vorstellbar sind. Vor diesem Hintergrund könnte eine vorsichtigere Aktien-Positionierung oder auch eine Put-Absicherung in Betracht gezogen werden.

Die Asset Allocation der Schweizer Pensionkassen zeigt historische Extremwerte: Obligationen 30.3%, Aktien 32.1%, Immobilien 22.6%. Schweizer Pensionskassenstudie 2018, Swisscanto

Die Zinsen stiegen in den wichtigsten Währungen am langen Ende; namentlich lagen 10-jährige USD-Treasury-Renditen über 3% und 10-jährige Eidgenossen-Renditen in der ersten Jahreshälfte zweitweise im positiven Bereich. Unter der Annahme einer Beschleunigung der Inflation und Normalisierung der Geldpolitik bleiben bei Fremdwährungs-Obligationen kurze Laufzeitprofile und variabel verzinsliche Anlagen erste Wahl. Auch im Schweizer Franken sind angesichts unwägbarer Durationsrisiken CHF-Obligationen kritisch zu betrachten und eine höhere Liquiditätsquote denkbar.

Rückkehr der politischen Risikoprämie

Bei Schweizer Gewerbe- und Luxusimmobilien sind bereits Korrekturen zu beobachten, weshalb wir eine konservativere Positionierung in günstige Wohnimmobilien, welche sich als resistent gegen Konjunkturschwankungen und Immobilienblasen zeigen, als geeigneter erachten.

Für die alternative Anlageklasse könnte eine Goldposition in Betracht gezogen werden, denn die Rückkehr einer politischen Risikoprämie dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Für Pensionskassen, welche unsere Einschätzung steigender Inflationserwartungen teilen, ist ein breites Rohstoffinvestment vorzuziehen.