Das «Age of Electricity» prägt den Rohstoffkomplex: Elektrifizierung und Netzinvestitionen treiben strukturelle Nachfrage nach Energie, Metallen und Infrastruktur. Gleichzeitig stärken Fiskalstress und geopolitische Fragmentierung Safe Havens – Edelmetalle profitierten von struktureller Nachfrage, begrenzter Angebotsreaktion und Zentralbankkäufen. Jüngste Korrekturen waren eher positionierungs-/policygetrieben, die Fundamentaldaten bleiben unterstützend. Streuung bleibt entscheidend: Kupfer wird durch Netzausbau getragen, Öl ist kurzfristig weich, Agrar bleibt anfällig für Wetter- und Politikschocks.

Commodities Quarterly Report Q1 2026
Report lesenIm vollständigen Report finden Sie Performance-Highlights, Sektor-Insights und Charts zu Energy, Metals und Agriculture – inklusive unserer Einschätzung der wichtigsten Treiber bis in die ersten Wochen 2026.
Spotlights

Gold: Strategischer Anker in einem instabilen Makro-Regime
Gold festigte seine Rolle als strategischer Anker im Edelmetall-Komplex nach einer historischen Neubewertung. Die Performance wurde von Fiskalstress, geopolitischem Risiko und Sorgen um die Tragfähigkeit staatlicher Verschuldung getrieben. Zentralbanknachfrage blieb eine zentrale strukturelle Stütze, während sich das Anlegerinteresse verbreiterte. Die deutliche Korrektur Anfang 2026 reflektierte überfüllte Positionierung und technische Faktoren – weniger eine Abschwächung der Fundamentaldaten. Kurzfristig könnte die Volatilität erhöht bleiben, während sich die Positionierung nach der aussergewöhnlichen Bewegung des Vorjahres normalisiert.

Kupfer: Rückgrat der Elektrifizierung und «Energy Addition»
Kupfer startete mit starkem Momentum in 2026 – Ausdruck seiner Schlüsselrolle in Elektrifizierung, Netzausbau und Energie-Infrastruktur. Engere Bilanzen, dünne Lagerbestände und wiederkehrende Minenstörungen treffen auf Jahre der Unterinvestition und sinkende Erzgehalte – mit wenig Puffer. Während AI- und Data-Center-Nachfrage zusätzlich Sentiment erzeugt, bleibt der Kerntreiber die strukturelle Nachfrage aus Übertragung und Elektrifizierung. Angebotswachstum ist durch lange Projektlaufzeiten begrenzt – Kupfer wird zunehmend strategisch statt rein zyklisch.

Rohöl: Heute reichlich, morgen enger
Die Ölmärkte gingen 2026 unter Druck ins Jahr: kurzfristige Überversorgung belastet die Preise bereits das dritte Jahr in Folge. Starke Nicht-OPEC+-Förderung, robuste US-Shale-Produktion sowie Lageraufbauten – insbesondere in China – dämpften die Wirkung geopolitischer Schocks. Unter der Oberfläche verschiebt sich jedoch der Ausblick: Das Wachstum der US-Shale-Produktion zeigt erste Anzeichen einer Verlangsamung, die OPEC+-Reservekapazität wird enger und die längerfristige Investitionspipeline bleibt dünn. Die Nachfrage erweist sich weiterhin als widerstandsfähiger als erwartet, besonders ausserhalb der OECD.
The Three Forces
- Elektrifizierung & Grid-Capex – der neue Nachfrage-Motor
Netzausbau, Elektrifizierung und Energie-Infrastruktur verschieben die Nachfrage strukturell. Kupfer steht im Zentrum, während Lagerbestände dünn bleiben und Störungen die Angebotsseite anfällig machen. - Angebotsdisziplin & lange Lead-Times – strukturelle Inelastizität
Jahre der Unterinvestition, sinkende Erzgehalte und lange Projektlaufzeiten begrenzen die Angebotsreaktion. Das erhöht die strategische Komponente vieler Industriemetalle über den Zyklus hinweg. - Fiskalstress & Fragmentierung – Safe Havens und Regime-Volatilität
In einer fiskalisch angespannten, geopolitisch fragmentierten Welt bleiben Edelmetalle strategisch unterstützt (Zentralbanknachfrage). Öl wirkt kurzfristig gut versorgt, kann aber mittelfristig wieder Risikoprämie aufbauen; Agrar bleibt schockanfällig.