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Quarterly Report Q2 2026

Wie Q2 2026 die Rohstoffmärkte neu definiert hat

Handelsverkehr durch die Strasse von Hormuz – ein Nadelöhr, durch das rund ein Fünftel der weltweiten fossilen Energieexporte fliesst. ENVATO.

/ Pablo Gonzalez, Senior Portfolio Manager Commodities

Das zweite Quartal 2026 markierte einen Wendepunkt für die globalen Rohstoffmärkte. Die Beinahe-Schliessung der Strasse von Hormuz legte Verwundbarkeiten in Energie, Metallen, Landwirtschaft und Lieferketten offen, die die meisten Investoren nie modelliert hatten – und zeigte, dass moderne Rohstoffsysteme nicht durch die Verfügbarkeit von Ressourcen begrenzt werden, sondern durch Logistik, Infrastruktur und operative Flexibilität. Der Quarterly Report Q2 2026 liefert eine 360°-Analyse über alle wichtigen Rohstoffsegmente.


Commodities Quarterly Report Q2 2026

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Der vollständige «Chokepoint»-Report umfasst über 30 Seiten Analyse zu Energie, Industriemetallen, Edelmetallen und Landwirtschaft – mit Charts, Performancedaten, unseren wichtigsten Treibern sowie einem Ausblick für das zweite Halbjahr 2026.

Spotlights


Energiesicherheit verdrängt Dekarbonisierung von der Prioritätenliste

Die Beinahe-Schliessung der Strasse von Hormuz löste die grösste effektive Ölversorgungsunterbrechung seit 1973 aus – doch der eigentliche Engpass war nicht das Rohöl selbst. Raffinierte Produkte, LNG-Infrastruktur und Schifffahrtslogistik erwiesen sich als die bindenden Flaschenhälse. Gleichzeitig wächst die Stromnachfrage erstmals seit Jahrzehnten schneller als die Gesamtwirtschaft – angetrieben durch KI-Rechenzentren und eine beschleunigte Elektrifizierung.



Kupfer und Aluminium: Von zyklischen Rohstoffen zu strategischer Infrastruktur

Die Hormuz-Krise legte eine versteckte Abhängigkeit offen: Rund 50% des weltweit gehandelten Schwefels – ein kritischer Input für die Kupferverarbeitung – wird normalerweise durch die Strasse transportiert. Die Schwefelsäurepreise verdoppelten sich innerhalb von sieben Wochen. Aluminium verlor fast 4% der globalen Primärproduktion, da nahöstliche Schmelzwerke Schäden erlitten, die Monate zur Reparatur benötigen. Bedeutende Kupferfunde sind seit 2012 eingebrochen – ein Hinweis auf strukturelle Knappheit statt zyklischer Engpässe.



Reservewährung Gold und ein Düngemittelschock vor dem Nahrungsmittelschock

Gold zeigte trotz hormuzbedingte Deleveraging eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit – ein Signal struktureller Nachfragestärke, gestützt durch den 18. aufeinanderfolgenden monatlichen Goldkauf Chinas. In der Landwirtschaft entpuppte sich die Krise zunächst als Düngemittelschock: China, Russland und der Persische Golf kontrollieren über 60% des wichtigsten Düngemittelhandels und störten die Versorgung zu Beginn der Pflanzsaison auf der Nordhalbkugel. Anders als bei Öl braucht die Korrektur von Agrarversorgungsschocks ganze Anbausaisons.

Die drei Signale

  1. Das System, nicht die Ressource, ist der Engpass
    Die Hormuz-Krise hat gezeigt, dass Rohstoffmärkte zunehmend durch Logistik, Raffineriekapazitäten, Lagerbestände und Lieferkettenresilienz begrenzt werden –nicht durch die absolute Verfügbarkeit von Öl, Metallen oder Düngemitteln.
  2. Elektrifizierung und KI bepreisen Industriemetalle strukturell neu
    Kupfer, Aluminium, Uran und Silber sind nicht mehr rein zyklisch. Eine Stromnachfrage, die schneller als das BIP wächst, kombiniert mit eingebrochenen Explorationspipelines und jahrelanger Unterinvestition, deutet auf ein strukturell engeres Marktumfeld bis zum Ende des Jahrzehnts hin.
  3. Rohstoffaktien bleiben trotz Rekordgewinnen günstig
    EPS-Wachstum im S&P 500 mit über 100% an; Energie folgt mit rund 60%. Dennoch macht Energie weniger als 4% des S&P 500 aus – deutlich unter dem 20-Jahres-Durchschnitt. Die Lücke zwischen Ertragskraft und Bewertung ist historisch weit.

Ihre Ansprech­personen

Daniel Gerber

Head of Market Switzerland & Chief Sustainability Officer

Daniel Gerber

Head of Market Switzerland & Chief Sustainability Officer

Daniel Gerber war seit Anfang 2021 als Head of Business Development für den Ausbau und die Weiterentwicklung von Investment- und Kundenlösungen mit Fokus Nachhaltigkeit, Data Science und Securitisation verantwortlich. Ab 2022 übernimmt er als Chief Sustainability Officer die Leitung unseres ESG Competence Centers. Er hat über 15 Jahre Erfahrung in der Finanzindustrie. Er bekleidete leitende Funktionen bei grossen Schweizer Banken und Fondsgesellschaften. Er hat einen Bachelor in Business Administration der HWV Bern und einen Master in Banking & Finance der FHNW.

Pablo Gonzalez

Senior Portfolio Manager Commodities

Pablo Gonzalez

Senior Portfolio Manager Commodities

Pablo Gonzalez ist seit Juni 2025 als Senior Portfolio Manager bei Picard Angst tätig. Er verantwortet die Entwicklung und Verwaltung von Rohstoff- und Aktienstrategien, darunter der Industrial Metals Champions Fund, der Precious Metals Champions Fund sowie verschiedene thematische Zertifikate. Der CFA-Charterholder verfügt über langjährige Erfahrung im Portfoliomanagement, Research und in der Betreuung institutioneller und privater Anleger. Vor seinem Wechsel zu Picard Angst war er über ein Jahrzehnt bei Independent Capital Group tätig und begann seine Karriere 2003 bei UBS, gefolgt von Stationen bei der Gateway Capital Group.

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