Das dritte Quartal 2026 rückte ein neues Risiko in den Fokus der Rohstoffmärkte: El Niño. Klimaforscher rechnen mit einem der stärksten Ereignisse einer Generation – mit Folgen weit über die Landwirtschaft hinaus, von Dürre im Panamakanal bis zu steigender Stromnachfrage in Asien. Gleichzeitig bleibt der Energiemarkt strukturell angespannt: Nicht Rohöl, sondern Diesel und Raffineriekapazität sind der eigentliche Engpass. Der Quarterly Report Q3 2026 liefert eine 360°-Analyse über alle wichtigen Rohstoffsegmente.
Commodities Quarterly Report Q3 2026
Report lesenDer vollständige «El Niño Rising»-Report umfasst 40 Seiten Analyse zu Energie, Industriemetallen, Edelmetallen und Landwirtschaft – mit Charts, Performancedaten sowie unseren wichtigsten Treibern und Ausblick für das vierte Quartal 2026.
Spotlights
Nicht Rohöl, sondern Diesel ist der eigentliche Engpass
Sechs Monate nach Kriegsbeginn zwischen den USA und dem Iran zeigt sich: Nicht die Rohölversorgung, sondern Diesel und Raffineriekapazität sind der wunde Punkt der Energiemärkte. US-Raffineriemargen erreichten Rekordniveaus, während der Rhein-Pegel am Kaub einen historischen Tiefstand markierte. Gleichzeitig wächst die globale Stromnachfrage erstmals seit drei Jahrzehnten schneller als die Wirtschaft – getrieben durch KI-Rechenzentren und Elektrifizierung.
Kupfer auf Rekordhoch: Politik, nicht Knappheit, treibt die Preise
Kupfer erreichte im dritten Quartal neue Allzeithochs – getrieben weniger durch physische Knappheit als durch US-Zollunsicherheit, die Metall in Rekordtempo in amerikanische Lager umlenkt. China bleibt strukturell auf Importe angewiesen, während sich die Frontlinie der kritischen Mineralien von reiner Verfügbarkeit hin zu Verarbeitung und Raffination verschiebt – von Kobalt in der DR Kongo bis zu Seltenen Erden in China.
Gold auf Rekordkurs, während Weizen unter Schwarzmeer-Störungen leidet
Gold legte im dritten Quartal um rund 15% zu, gestützt durch Zentralbankkäufe in Rekordhöhe und wachsende Sorgen um die Staatsverschuldung – ungewöhnlich resilient trotz hoher Realzinsen. In der Landwirtschaft sorgten eskalierende Angriffe auf die Schwarzmeer-Exportinfrastruktur für die tiefsten russischen Weizenexporte seit 2010, während El Niño die Ernteaussichten für Kaffee, Zucker und Kakao zusätzlich belastet.
Die drei Signale
- Diesel, nicht Rohöl, ist der wahre Engpass
Sechs Monate nach Kriegsausbruch zeigt sich, dass Raffineriekapazität und Produktversorgung die Energiemärkte enger begrenzen als die reine Rohölverfügbarkeit – mit Rekordmargen für Raffinerien und strukturell steigenden Diesel-Crack-Spreads. - El Niño macht Rohstoffe zur Cross-Commodity-Geschichte
Von Panamakanal-Dürre über Schwarzmeer-Getreideexporte bis zu asiatischer Stromnachfrage: Das diesjährige El-Niño-Ereignis gilt als eines der stärksten einer Generation und dürfte seinen Höhepunkt erst zwischen Dezember und Februar erreichen. - Rohstoffaktien bleiben historisch günstig bewertet
Trotz Rekordgewinnen und einer starken Cashflow-Generierung bei Rohstoffunternehmen werden Rohstoffaktien weiterhin unter ihren historischen Bewertungsniveaus gehandelt – mit entsprechendem Aufwertungspotenzial, sobald breiteres Investorenkapital in den Sektor zurückkehrt.