Rohstoffe August 2018

Erholungssignale für den Ölmarkt?

Saudi-Arabien beginnt wieder Öl zu lagern, wie hier in der Ras Tanura Ölraffinerie von Aramco an der Ostküste in der Nähe von Dhahran am Persischen Golf. Das Auffüllen der Lagertanks wird Riyadh helfen, die Vorteile der Iran-Sanktionen von Donald Trump voll auszuschöpfen.

Wachsende Unruhe drückte die Preise an den Energiemärkten während die Agrarrohstoffe sich erfreulich entwickelten. Ali Beydoun, Portfolio Manager, analysiert die jüngsten Entwicklungen an den Rohstoffmärkten und beleuchtet die Impacts auf die Picard Angst Rohstoffstrategien.

Trotz der überzeugenden Fundamentaldaten in den verschiedenen Rohstoffsektoren gerieten die Terminmärkte aufgrund handelsbedingter Turbulenzen in Mitleidenschaft und beendeten den Monat in den roten Zahlen. Die wachsende Unruhe verschonte auch die Energiemärkte nicht. Nach einer Litanei von spieltheoretischen Zügen (der USA?) an mehreren Fronten gegen China, den Iran, Venezuela und Russland wurde ein Teil der im Laufe des Jahres erzielten Gewinne wieder abgegeben. Das politische Vorgehen der USA hat eine deutliche Nervosität unter den Anlegern ausgelöst, da der symbolische Stillstand im Handelskrieg zwischen den USA und der EU die Skeptiker nicht beruhigen konnte und eine weitere Eskalation an der chinesischen Front folgte, indem weitere Zölle angekündigt wurden. Zusätzlich muss mit einer möglichen Beeinträchtigung der Ölversorgung infolge der jüngsten Konfrontation vor den Toren von Bab el-Mandebs gerechnet werden. Trotz gestiegener politischer Unsicherheiten gelang es den Agrarprodukten, den Monat positiv zu beenden. Eine längere Trockenperiode, welche die Schwarzmeer-Weizenernte beeinträchtigte und das EU-Versprechen, die US-Sojabohneneinkäufe zu erhöhen, dienten als Auslöser der positiven Preisentwicklung. Infolgedessen konnten Agrarrohstoffe deutliche Gewinne erzielen.

Agrarrohstoffe holen auf

Auf Sektorenebene verzeichneten nur Agrarrohstoffe höhere Preise für den Monat Juli. Mit bemerkenswerten Bewegungen im Getreidemarkt konnten Weizen, Mais und Sojabohnen einen Grossteil der Verluste vom letzten Quartal wieder aufholen. Diese Bewegungen wurden durch ungünstige Wetterbedingungen, die sich auf die Schwarzmeer-Ernten auswirkten, verstärkt. Des Weiteren ist gemäß der WASDE das Angebot von einzelnen landwirtschaftlichen Produkten aufgrund unvorhergesehener Lagerkontraktionen geschrumpft. Die Ausnahme ist Zucker, welcher aufgrund der schwachen brasilianischen Währung und starker Ernten weitere Kursrückgänge erlitten hat. Anderseits erlitt der Ölkomplex aufgrund eines steigenden Angebots und trotz jüngsten Spannungen im Mittleren Osten, deren Eskalation einen bedeutenden Teil der globalen Öllieferkette beeinflussen könnte, einen Rückgang. Der diffuse Ton, mit dem die US-Regierung die iranische Regierung ansprach, hat ein weiterer Rückgang der Ölpreise verhindert, da auch hier bei einer Eskalation eine bevorstehende Angebotsverknappung erwartet wird. In China hat die zu Beginn des Jahres gestartete Entschuldungs-Kampagne in der Zwischenzeit Auswirkungen auf die Infrastrukturausgaben gehabt, was wiederum die Industriemetalle belastete. Nichtsdestotrotz signalisieren die Lagerbestände bei Industriemetallen angesichts einer Umkehr der Ausgabenpolitik, zusätzlicher Liquiditätsspritzen und einer weiteren Lockerung der Auflagen für Banken die Kreditvergabe auszuweiten, vielversprechende Bedingungen. Auch Edelmetalle beendeten den Monat im Minus, wobei es bemerkenswert war, dass Gold angesichts der politischen Turbulenzen nicht gestiegen ist. Der Goldpreis entwickelte sich ähnlich wie der chinesischen Yuan, womit ironischerweise das chinesische Wirtschaftsrisiko widerspiegelt wird und nicht die politischen Risiken ausgelöst durch die USA.

Picard Angst Strategie liegen weiterhin über den Benchmarks. / Picard Angst Indizes leicht rückläufig

Breite Benchmarks wie der Bloomberg Commodity TR Index und der S&P GSCI Commodity TR Index verzeichneten Verluste von 2,13% bzw. 3,53%. Aufgrund des ausgewogeneren Engagements in Agrarrohstoffen und des strategischen Ausschlusses von Viehzucht, behauptete sich unsere hauseigene PACI-Strategie mit einem Verlust im Juli von 1,38% besser als die beiden Indizes. Entsprechend zeigten Ex-Agrarrohstoffstrategien eine schwächere Entwicklung während des Monats. Unsere PA Energy & Metals-Strategie, die einen Verlust von 3,70% verzeichnete, hielt sich jedoch ebenfalls besser als der Benchmark Index Bloomberg Commodity ex-Ag ex-LS TR (-4,08%).