Rohstoffe November 2018

Kommt es im Handelskrieg zu einem Happy End?

Kommt es im Handelskrieg zwischen den USA und China schon bald zu einem Happy End? Oder trüben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft weiter ein? Der chinesische Präsident Xi Jinping und der Präsident der USA, Donald Trump versuchen vor ihrem Treffen Ende November erstmals seit langem, die handelspolitische Lage zu entspannen. ANDY WONG AP / KEYSTONE

Zyklische Rohstoffsektoren haben mit den eingetrübten Aussichten für die Weltwirtschaft zu kämpfen. Gleichzeitig erleben Soft Commodities wie Zucker und Kaffee dramatische Preissteigerungen. Dr. David-Michael Lincke, Head of Portfolio Management, zu den aktuellen Entwicklungen an den Rohstoffmärkten.

Mit dem Übergreifen von Risikoaversion von den Schwellenlandökonomien auf die Finanzmärkte der entwickelten Volkswirtschaften und einer scharfen Korrektur an den US-Aktienmärkten richtet sich das Augenmerk der Rohstoffmärkte wieder verstärkt auf eine mögliche Eintrübung der konjunkturellen Aussichten für die Weltwirtschaft. Dementsprechend hatten im Oktober zyklische Rohstoffsektoren wie Energie und Basismetalle zu kämpfen, während konjunkturunempfindliche Bereiche wie Agrargüter teilweise signifikante Preiszugewinne erlebten.

Zucker und Kaffee legen dramatisch zu

Befürchtungen, dass Saudi-Arabien politische Attacken des Westens in Reaktion auf die Kashoggi-Affäre zum Anlass nehmen könnte, seine dominante Rolle als Erdölproduzent als wirtschaftliche Waffe zu instrumentalisieren, schlugen sich nicht in weiter steigenden Erdölnotierungen nieder. Stattdessen wandte sich die Aufmerksamkeit des Marktes der bisher geflissentlich ignorierten nachfrageschädigenden Wirkung der hohen Energiepreise zu, welche durch die schwache Entwicklung der Währungen vieler Schwellenländer, welche den grössten Teil des Nachfragewachstums nach Erdöl auf sich vereinen, im Jahresverlauf weiter verschärft worden ist. Anhaltende Dollar-Stärke und Unsicherheit über die konjunkturellen Aussichten belasteten zudem Basismetalle, obwohl sich für den Sektor insgesamt eine zunehmende Angebotsverknappung abzeichnet. Steigende Risikoaversion, welche nun auch die US-Aktienmärkte erfasst, hat dagegen Edelmetallen neues Leben eingehaucht, zu einer Rückkehr des Anlegerinteresses und einer moderaten Preiserholung beigetragen. Während unter den Agrarrohstoffen Getreidenotierungen als Folge der Benchmark-Stellung der entsprechenden US-Terminkontrakte weiter durch den Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China belastet werden, haben einzelne Soft Commodities wie Zucker und Kaffee trotz kaum veränderter Angebots- und Nachfrageaussichten dramatische Preiserholungen erlebt. Den Hintergrund dazu bildete der starke Anstieg der brasilianischen Währung gegenüber dem US-Dollar im Zuge der Präsidentschaftswahl in Brasilien, dem weltgrössten Produzenten von Rohzucker und Kaffee der Sorte Arabica.

Ex-Agrar-Strategie behaupten sich auf Jahressicht

Entgegen dem bisherigen Jahresverlauf ergab sich damit für den Berichtsmonat eine deutliche Underperformance jener Strategien und Benchmarks mit besonders energiegeprägtem bzw. zyklischem Profil. Während der S&P GSCI Commodity TR Index mit einem negativen Ergebnis von -5.84% deutlich Federn liess, beschränkten sich die Abgaben beim ausgewogeneren Benchmark Bloomberg Commodity TR auf -2.16%. Unserer hauseigenen PACI-Strategie gelang es angesichts eines moderaten Rückgangs von lediglich -1.13%, den Benchmark deutlich zu schlagen. Die naturgemäss besonders energie- und metalllastigen Ex-Agrar-Strategien litten vor diesem Hintergrund im Oktober besonders, konnten jedoch auf Jahressicht ihre Outperformance gegenüber den breiten Benchmarks behaupten.

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