Rohstoffe Oktober 2018

Energiepreise im Höhenflug

Der russische Energieminister Alexander Novak am Treffen der Opec und weiterer wichtiger Öl-Förderländer in Algerien Ende September. Nach dem Beschluss, die Fördermengen unverändert zu belassen, haben die Ölpreise Vierjahres-Höchststände erklommen. Wenn ab November die US-Sanktionen gegen Iran in Kraft treten, befürchten viele Marktteilnehmer Angebotsengpässe. ANIS BELGHOUL KEYSTONE

Während die Energiepreise neue Höchststände erklimmen und sich die Metalle wieder stabilisierten notieren die Agrarmärkte anhaltend schwach. Dr. David-Michael Lincke, Head of Portfolio Management, mit seinen neuen Insights zu den jüngsten Entwicklungen an den Rohstoffmärkten.

Die divergente Entwicklung des Vormonats an den Rohstoffmärkten fand im September eine Fortsetzung. Ein unablässiger starker Anstieg der Energiepreise wurde kontrastiert durch anhaltende Schwäche bei Agrarrohstoffen (mit Ausnahme des Viehzuchtsektors, während sich Basis- und Edelmetallnotierungen nach der Korrektur über die Sommermonate stabilisierten.

Ölpreise auf Vierjahreshoch

Die Erwartung der Auswirkungen des anstehenden Inkrafttretens der neuen US-Sanktionen gegen die Erdölwirtschaft des Iran und Sorgen, dass seitens Saudi-Arabiens und Russlands unzureichende Bereitschaft oder auch Fähigkeit besteht, die Angebotslücke angesichts knapper Reservekapazitäten zu füllen, haben den Brent-Erdölpreis auf über USD 86 pro Fass gehievt. Das Potential einer nachfrageschwächenden Wirkung durch die eskalierenden Handelsstreitigkeiten, die währungsbedingten Verwerfungen in verschiedenen Schwellenlandökonomien und den starken Anstieg der Energiepreise selbst wird vom Markt gegenwärtig ausgeblendet, zumal das Dementi von Plänen, im Vorfeld der US-Kongresswahlen eine Freigabe strategischer US-Erdölreserven in Auge zu fassen, den Eindruck einer angespannten Versorgungssituation im Energiesektor verschärfen. Hoffnung auf die konjunkturelle Wirkung von China ergriffener stimulativer Massnahmen haben zu einer Stabilisierung der Basismetallnotierungen beigetragen. Insbesondere Kupfer hat im September von einer Refokussierung des Marktes auf die Fundamentaldaten profitiert, welche von fallenden Lagerbeständen und steigenden physischen Prämien in China gekennzeichnet sind. Auch wenn das Anlegerinteresse an Edelmetallen als sicherer Hafen trotz offensichtlich zunehmender geopolitischer und makroökonomischer Risiken weiterhin ausbleibt, scheint die positive Saisonalität des Sektors im September zumindest zu einer Stabilisierung beigetragen zu haben. Agrarrohstoffe dagegen blieben unter Druck angesichts der eingetrübten Aussichten für den Exportabsatz von US-Getreiden aufgrund des Handelskonflikts mit China und wetterbedingter Schwäche bei einzelnen Soft Commodities.

Kräftiges Plus für energielastige Strategien

Dementsprechend hat sich die Outperformance energie-orientierter Rohstoffstrategien und Benchmarks seit Jahresbeginn weiter akzentuiert. Der besonders energie-lastige S&P GSCI Commodity TR Index legte im September um weitere +3.93% zu, und auch unsere ausgewogenere PA Energy & Metals Strategie sah einen kräftigen Anstieg von +3.01%. Breit diversifizierte Benchmarks wie der Bloomberg Commodity TR (+1.92%) hinken dagegen weiterhin hinterher, ein Umstand der angesichts eines edelmetall- und agrarlastigen Portfolios in noch stärkerem Umfang auf unsere hauseigene PACI-Strategie (+0.43%) zutrifft.

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