Rohstoffe

Rückblick auf das erste Quartal

Bild: Schiefergas aus den USA bei der Ankunft vor der norwegischen Küste.
KEYSTONE/LAIF/Ilja C. Hendel

In seiner Analyse der Rohstoffmärkte zieht David Lincke, Head of Portfolio Management, eine gemischte Bilanz für das erste Quartal des neuen Jahres. Lediglich Energierohstoffe und Getreide verzeichneten Preiszugewinne.

Die Bilanz des ersten Quartals an den Rohstoffmärkten fällt gemischt aus und war insgesamt von Konsolidierung geprägt. Nach dem Rücksetzer im Februar gelang es über den vergangenen Monat lediglich dem Energiesektor sich deutlich zu erholen. Dementsprechend haben in Q1 wie schon über das gesamte Vorjahr diejenigen Anlagestrategien und Benchmarks am besten abgeschnitten, welche besonders energielastig aufgestellt sind oder auf die Berücksichtigung von Agrarrohstoffen verzichten. So hat der ausgewogen diversifizierte Benchmark Bloomberg Commodity TR im März mit -0.62% (Q1 -0.40%) erneut schwächer tendiert, während der S&P GSCI Commodity TR Index um +2.22% zulegte (Q1 +2.19%). Unter unseren hauseigenen Anlageansätzen verzeichnete die PACI-Strategie eine schwächere Entwicklung im März (-1.21%) und somit auch über das erste Quartal (Q1 -1.85%). Unsere PA Energy & Metals Strategie dagegen legte im März leicht zu (+0.43%), schloss das erste Quartal allerdings trotzdem leicht schwächer wenn auch besser als der Benchmark (-0.64% vs. Bloomberg Commodity ex-Ag ex-LS TR -1.12%) ab.

Erdöl wieder auf Höchststand Januar

Auf Sektorebene verzeichnen zum Ende des ersten Quartals seit Jahresbeginn lediglich Energierohstoffe und Getreide Preiszugewinne. Erdöl und Destillate näherten sich zum Monatsende wieder den Höchstständen vom Januar, nachdem trotz eines scharfen Anziehens der US-Schieferölproduktion die Erdöl- und Produktvorräte zuletzt wieder eine fallende Tendenz aufwiesen und Saudi-Arabien fortgesetzte Produktionsdisziplin seitens OPEC in Aussicht stellte. Sorgen über eine sich abzeichnende Abschwächung der globalen Wachstumsdynamik hielten den Abgabedruck auf Basismetallnotierungen aufrecht. Doch einzelne Vertreter wie Nickel, die mit Aussichten auf ein sich beschleunigendes Nachfragewachstum aufwarten, konnten sich diesem Trend widersetzen. Angesichts des unablässigen Zinsanstiegs am kurzen Ende (USD-LIBOR) und eines sich stabilisierenden US-Dollar bei noch immer zahmer Inflation zeigen sich die Edelmetallnotierungen erstaunlich robust. Widrige Wetterbedingungen in der südlichen Hemisphäre, welche zum Jahresbeginn dem Agrarsektor und insbesondere den Getreidepreisen unter die Arme gegriffen hatten, normalisieren sich allmählich wieder angesichts nachlassender La Niña Bedingungen. Für Unsicherheit sorgt die Ausweitung des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China auf den Handel mit Soja und Baumwolle. Hinzu kommt, dass unter den Soft Commodities trotz Haussen bei Kakao und Baumwolle die Schwergewichte Rohzucker und Kaffee unter anhaltenden Überschüssen leiden.