Rohstoffe September 2018

Handelsstreit belastet die Märkte.

Aufgrund des Handelskonflikts mit den USA fährt China die Importe von Soja zurück. Es wird erwartet, dass China über zehn Mio. metrische Tonnen weniger importieren wird. Im Hafen von Nantong wird anfangs August Tierfutter aus brasilianischem Soja entladen. XU CONGJUN KEYSTONE/MAXPPP

Wie schon in den Vormonaten lastete auch im August die Unsicherheit über eine potentielle Eskalation des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und insbesondere China auf den Rohstoffmärkten. Dr. David-Michael Lincke, Head of Portfolio, mit seinen Insights zu den jüngsten Entwicklungen bei den Rohstoffen.

Die Erholung des Energiesektors zum Monatsende, welche den Preis für Brent-Erdöl wieder in Richtung seiner Jahreshöchststände trieb, wurde zum einen durch überraschend stark rückläufige Lagerbestände angesichts hoher Produkt- und Raffinerienachfrage befördert. Daneben bewegten den Markt Sorgen um potentielle Exportausfälle aus Venezuela und dem Iran den Markt vor dem Hintergrund des nahenden Inkrafttretens der neuen US-Sanktionen im November.

Nur Aluminium tendierte fester

Anhaltende Schwäche der chinesischen Währung gepaart mit ausbleibenden Fortschritten bei der Adressierung des schwelenden Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China belastete die Basismetallnotierungen bis auf Aluminium, welches in Erwartung für den Winter anstehender Produktionskürzungen fester tendierte. Ausbleibende Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen trotz der sich verschärfenden Krise in den Emerging Markets resultierten in Abgaben auch bei Edelmetallen, wobei Silber angesichts seines industriellen Charakters am stärksten litt.

Soja trübt die Marktstimmung

Hatten Agrarrohstoffe im Vormonat noch die besondere Gunst der Anleger genossen, verkehrte sich dies im August ins Gegenteil. Neben dem anhaltenden Handelskonflikt und der damit verbundenen Ankündigung marktverzerrender Beihilfen für US-Farmer sorgte eine kräftige Aufwärtsrevision der Ertragserwartungen insbesondere bei Sojabohnen für eine Eintrübung der Marktstimmung.

Metalle und Agrarrohstoffe belasten PACI

Auf Sektorebene zeigte sich eine deutlich divergente Entwicklung. Stärke bei Energienotierungen vermochte nicht, die schwache Tendenz bei Metallen sowie Agrarrohstoffen zu kompensieren. Dementsprechend verzeichnete der breite Benchmark Bloomberg Commodity TR einen Verlust von -1.77%. Unsere hauseigene PACI-Strategie tendierte ebenfalls schwächer und gab im August um -2.13% nach. Lediglich der besonders energielastige S&P GSCI Commodity TR sah einen Zugewinn von +1.08%. Dementsprechend schlug sich das Feld der Ex-Agrar-Strategien deutlich besser (Bloomberg Commodity ex-Ag ex-LS TR +0.13%, PA Energy & Metals TR -1.06%).